Im Rahmen der Delegiertenversammlung von visarte.schweiz in Brig, organisiert visarte valais eine Ausstellung, die für alle Künstlerinnen und Künstler der visarte offen ist:
Die Kunst zu verschachteln oder die Verschachtelung der Kunst?
Verschachteln, das kann die Kunst der Verdichtung sein – die Kunst auf das Wesentliche einzuschränken vielleicht? Verschachteln kann auch bewahren sein, aufbewahren heissen, anhäufen ohne Ende – angesichts der Fülle an produzierten Objekten, Konzepten oder Ideen können auch viele Fragen zur aktuellen Kunst aufgeworfen werden. Vieles kann es sein und das Viele wiederum ruft nach dem Künstler und seinem Werk, seiner Aufbewahrung, seiner Zukunft, seiner Weiterführung.
Künstlerinnen und Künstler der Innerschweiz manifestieren in der reduzierten Form eines Handkoffers ihre künstlerische Position, gleichsam als letztes Testament angesichts eines 2009 prognostizierten Weltendes, als Transit und archäologisches Relikt für die Nachwelt. Vergleichbare Arbeiten: „Das grosse Glas“ von Marcel Duchamp oder Alberto Giacomettis Genfer Nachlass, den er in Zündholzschachteln nach Paris überbrachte.
Drei Künstler haben für ihre Werke den Pinsel geschwungen, eine Künstlerin hat gar zur Motorsäge gegriffen.
Maria Gerber
Bilder von üppigen, südländischen Schönheiten, in satten Farben gehalten. Verschwommene Bilder, auf den ersten Blick nur Farbkleckse, erst beim zweiten Hinschauen erkennt der Betrachter die Frauengestalten, die sich hinter dem Vorhang aus Farbe zu verstecken scheinen. Und irgendwo dazwischen filigrane Türme aus Holz. All das offenbart sich dem Besucher beim Gang durch die Räume der Galerie Doktorhaus.
Arbeiten auf Papier 20 x20 cm
Gomez: Virtuell, aber kreativ
Hinter dem Künstlerduo rittiner & Gomez stecken Anton rittiner und sein Alter-Ego Gomez. Etwas wie eine Fantasiezentrifuge sei Gomez für ihn, erklärt der Künstler, Inspiration. „Ohne Gomez hätte ich keinen Antrieb zu malen, und ich kann mich auch mal hinter dem Namen verstecken“, schmunzelt er. 60 kleine, quadratische Bilder, eine Art „Inseltagebuch“ von der fiktiven, mediterranen „Isla Volante“, auf der die Figur Gomez lebt, hängen an einer Wand. Oft Ton in Ton, in eher düsteren Farben gehalten, teils wie ein Comic aufgebaut.
Wie bringt man internationale Kunst in ein Land, das nicht über finanzielle Mittel für die Organisation einer internationalen Ausstellung verfügt? Endloses Suchen nach Sponsoren scheint uns zu langwierig und unrentabel. Daher rufen wir Künstler auf, ihre Kunst als Päckchen oder Brief zu verschicken. Mit dieser Aktion möchten wir Aufmerksamkeit auf ein Land lenken, das wenigen bekannt ist und zugleich das hiesige kulturelle Geschehen bereichern. Das Interesse für internationale Kunst ist gross, das Angebot klein, und für die Mehrheit der Kirgisen bleibt das Reisen nach wie vor unerschwinglich.
Ziel der Ausstellung ist es, den Menschen zeitgenössische Kunst näherzubringen, und auch zu verdeutlichen, dass Kunst unabhängig sein kann von teuren Materialien und unermesslichem Aufwand. Wir erwarten die Päckchen mit Spannung und hoffen auf rege Beteiligung.
Anton Rittiner, Künstler und Bildermacher, trifft in einer Bar den fiktiven, auf der Isla Volante lebenden Gomez und wird von ihm nach einer durch redeten Nacht zur künstlerischen Zusammenarbeit aufgefordert. Das Duo arbeitet seither gemeinsam. weiterlesen…
„Rittiner & Gomez“ zeigt in Thun seine neuen Bilder
Panorama – Acryl und Gouache auf Karton 20 x 200 cm
Der Simpler Anton Rittiner ist Künstler und Bildermacher, lebt seit Jahren schon in Hondrich bei Spiez – und tritt er mit seinen Arbeiten an die Öffentlichkeit, tut er dies unter dem Namen Rittiner & Gomez. Wie dieses «halb-fiktive» Duo ans Werk sich macht? Nun, Gomez ist Quelle der Inspiration und kritischer Begleiter, Rittiner der Macher.
Seit Jahren schon stellt Rittiner & Gomez aus. Regelmässig auch im Oberwallis. Seit vergangenem Samstag präsentiert „Rittiner & Gomez“ im „art-house“ zu Thun seine neuesten Arbeiten. Wie Anton Rittiner nennt, was er in seinem Atelier in Spiez macht? „Malerei, Zeichnungen, Comic und sequenzielle Kunst“, heisst es auf der Homepage des Bildermachers. Und wer eintaucht in seine Bilderwelt, stellt schnell einmal fest: Hier erzählt einer in Bildern von seinem Alltag, und zwar in einer Art, die den Betrachter irgendwie «zum stillen Mitwisser» macht, wie in den Presseunterlagen zur aktuellen Werkschau zu lesen ist.
Was «Rittiner & Gomez» in Acryl auf Karton oder Leinwand bringt, hat stets mit Handlung zu tun. Was zwar nicht immer sichtbar, aber stets spürbar ist: Etwas muss da passiert sein – dies der Gedanke, den einen beim Betrachten eines dieser Bilder beschleicht. Rittiner & Gomez setzt in seinen Arbeiten seine Beobachtungsgabe und sein Gespür für Zwischentöne gekonnt ein, finden denn auch die Ausstellungsmacher des Thuner „art-house“ und finden: «Seine Kunst lebt von und mit den Geschehnissen und den Menschen im Alltag, ohne je alltäglich zu sein.»
Rittiner & Gomez ist ein Duo bestehend aus dem Künstler Anton Rittiner und seinem Alter Ego Gomez. Er setzt in seiner Acrylmalerei Dinge um, denen er auf Reisen oder in den Medien begegnet. Rittiner ist 1960 in Simplon Dorf geboren, Gomez auf einer fiktiven Insel, der „Isla Volante“, in Spanien. Beide sind nicht voneinander zu trennen. Das ist kein PR-Gag, sondern die Idee eines Bergkindes, welches sich für die spanische Sprache sowie für Radrennfahrer und Comiczeichner aus der iberischen Halbinsel begeisterte und sich daraus heraus den imaginären Partner „Gomez“ schuf. Seither bereichert das Alter Ego seine Malerei. Gomez bringt seine Sehnsucht nach seiner mediterranen Heimat zum Ausdruck. Er malt Grossstadt-Szenen in unwirtlichem Neonlicht, sodass sie etwas Bedrohliches bekommen. Doch es gibt auch urbane Serien, die in warmen Farbtönen leuchten und sich in Spanien oder der Schweiz befinden könnten, sodass klare Rückschlüsse auf den Künstler unmöglich sind. Fiktives mischt sich mit Autobiografischem, Anekdotisches besteht neben Atmosphärischem.