galerie doktorhaus

Mit Pinsel und Motorsäge

Drei Künstler haben für ihre Werke den Pinsel geschwungen, eine Künstlerin hat gar zur Motorsäge gegriffen.

Maria Gerber

Bilder von üppigen, südländischen Schönheiten, in satten Farben gehalten. Verschwommene Bilder, auf den ersten Blick nur Farbkleckse, erst beim zweiten Hinschauen erkennt der Betrachter die Frauengestalten, die sich hinter dem Vorhang aus Farbe zu verstecken scheinen. Und irgendwo dazwischen filigrane Türme aus Holz. All das offenbart sich dem Besucher beim Gang durch die Räume der Galerie Doktorhaus.

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arbeiten auf papier 20 x20 cm

Gomez: Virtuell, aber kreativ

Hinter dem Künstlerduo rittiner & Gomez stecken Anton rittiner und sein Alter-Ego Gomez. Etwas wie eine Fantasiezentrifuge sei Gomez für ihn, erklärt der Künstler, Inspiration. „Ohne Gomez hätte ich keinen Antrieb zu malen, und ich kann mich auch mal hinter dem Namen verstecken“, schmunzelt er. 60 kleine, quadratische Bilder, eine Art „Inseltagebuch“ von der fiktiven, mediterranen „Isla Volante“, auf der die Figur Gomez lebt, hängen an einer Wand. Oft Ton in Ton, in eher düsteren Farben gehalten, teils wie ein Comic aufgebaut.

Ungewöhnlich und interessant

Michaela Cerullo stellt nicht zum ersten Mal im Doktorhaus aus. Durch sie ist die Gruppenausstellung zustande gekommen; sie hat die vier Künstler in Oberdiessbach vereint. Die gebürtige Pragerin malt fesselnde Bilder mit folkloristischen Elementen, Frauenfiguren in sattem Türkis, Blau und Rot. Die ungewöhnliche Farbgebung macht ihre Bilder interessant. „Die Gestalten entstehen in meinem Inneren“, so Michaela Cerullo, mit Modellen arbeite sie nicht. Auch einige Partnerarbeiten mit Anna Schmid sind ausgestellt. Einige der Werke der künstlerin dienen als Träger für die farbenfrohen Bilder von Cerullo. So entstehen ungewöhnliche Gebilde, Skulpturen aus Frauenköpfen in Gold oder Türkis.
Die anderen skulpturen von Schmid sind fragile Gebilde aus Holz. Manche sind geschwärzt, manche naturbelassen. Ihre Affinität zu Holz als Arbeitsmaterial ist aus eher pragmatischen Gründen entstanden. „Ich habe immer gerne dreidimensionale Sachen gefertigt“, erklärt sie. Wenn man mit Ton arbeite, sei man aber durch den Brennvorgang auf Dritte angewiesen, das habe sie nicht gewollt. Deshalb habe sie angefangen, mit Holz zu arbeiten. Das Material soll bei ihren Kunstwerken eher in den Hintergrund treten, was zählt, ist die Aussage: Das Leben und alles, was wir uns aufbauen, ist zerbrechlich.
Und dann ist da noch Anna Altmeier mit ihren Bildern, die wie eine optische Täuschung wirken. Kleckse von Neongrün und Pink, Beige oder Gelb verdecken Figuren, die auf den zweiten Blick ganz klar aus dem Bild hervortreten. Anna Altmeier schreibt auch Gedichte, welche die Bilder in ihrer Aussage unterstützen.

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kategorie: ausstellungen · isla volante