galerie artdirekt – bern

Text: Boris Wanzeck

Betrachten wir die Werke der beiden, können wir zwar sehen, dass der Walliser Rittiner und der Hispanier Gomez sehr viel zusammen arbeiten, sich auch sicherlich gegenseitig beeinflussen. Es ist jedoch sehr schwer, die Bilder eindeutig einem der beiden Künstler zuzuordnen.

Die warmen Farbtöne der Bilder aus der Urban-Serie können ebenso gut im in einer spanischen Stadt vorgefunden werden wie auch hier in der Schweiz. Gewisse architektonische Details geben zwar einen geographischen Hinweis, lassen aber keinen endgültigen Rückschluss auf den Künstler zu, insbesondere auch, da immer wieder in diesen Bildern auch kühle blaue Akzente gesetzt werden, die vielleicht auf den im Berner Oberland lebenden Rittiner verweisen.

Die Szenen, die uns in der Abreise-Sequenz gezeigt werden, haben mit ihren grau-bläulichen Nacht- und Nebelbildern einen sehr grossstädtischen Charakter. Strassenbahnschleifen, Bahnhöfe, Züge, alles scheint von einem unmenschlichen Neonlicht durchzogen zu sein. Gomez, der sich nach unserem Wissen nur selten in die Stadt begibt, könnte hier sehr gut der Urheber dieser Werke sein. Vielleicht ist es sein ausgesprochener Wunsch nach dem mediterranen Dolce Vita auf der Piazza, der ihn sich solch unwirtlichen Orte vor Augen führen lässt.

In der Bistro-Serie scheint eine Synthese gelungen zu sein. Angeschnittene Gesichter, Damenbeine in Pumps, ein älterer Herr: sie alle geben etwas wieder vom Zeitlosen und auch sehr Sinnlichen, das mit einem Restaurant- oder Kneipenbesuch verbunden sein kann. Dies zeigt auch die hier oft benutzte Farbe Rot, die sehr mit Emotionen verbunden ist. Hier scheinen rittiner & gomez eine gemeinsame Sprache gefunden zu haben.

kategorie: ausstellungen · geschrieben