Rittiner & Gomez

Ein Gespräch

„Die Zeichnung ist immer auch Fragezeichen und Widerspruch.“

Rittiner & Gomez im Gespräch mit der experimenta

Kunstraum alter Werkhof Brig
Kunstraum alter Werkhof Brig

experimenta:
Lieber Herr Rittiner, da Sie die Dezember-Ausgabe der experimenta illustrieren, würde ich Ihnen gerne einige Fragen stellen. In Bezug auf Ihre Kunst, bemerken Sie, sie sei so etwas „wie ein Seismograf, der unsere Wege und Befindlichkeiten aufzeichnet, ohne Anspruch auf Präzision oder Vollständigkeit“. Könnten Sie diesen Satz kurz erläutern?

Rittiner & Gomez:
In dem Skizzenblock, der uns mehr oder weniger immer begleitet, zeichnen wir auf, was uns gerade unter die Augen kommt. Selten gehen wir extra an einen Ort, nur um etwas festzuhalten. Dabei zeichnen wir nie alles, was wir sehen, wir lassen Sachen weg oder fügen Dinge zusammen, die uns gerade passend erscheinen. Zugleich sind sie mehr als das, was sie darstellen. Der Strich und die Art und Weise, wie wir die Skizze gestalten, zeigt mehr auf als nur das, was wir festhalten wollen. Es ist auch einer ständigen Veränderung ausgesetzt.

experimenta:
Ihr Werk ist geprägt von alltäglichen Szenen, die in einer klaren Formensprache wiedergegeben werden. Welche Rolle spielt Ihre Umgebung, sowohl die soziale als auch die natürliche, für Ihre Bilder?

Rittiner & Gomez:
Gomez hilft Rittiner dabei, dass er doch aus seinem engen Umfeld herausfindet. Was aber nicht immer gelingt.
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Kategorie: Geschrieben · Isla Volante · Presse

Eine andere Mystik

Sommer 2011 Juni – Oktober

Eine andere Mystik, zeitgenössische Kunst in 5 Kapellen

Kuratoren Monique Rubin und Herbert Theler
Die Kunstvermittlung wurde unterstützt durch die Pfarrer und Theologen der verschiedenen Kirchgemeinde, so wie die engagierten Musiker.

In unseren Berglandschaften stehen viele Kapellen an ausgewählten und exponierten Standorten. Durch ihre einfache Grundformen, ihre Schutz versprechende Massivität und karge Schmucklosigkeit im Äussern werden sie zu einem Symbol für die Stellung der Kirche und der Religion. Man braucht aber nicht besonders religiös zu sein, um nachvollziehen zu können, dass solch exponierte Orte auf die Menschen seit Jahrhunderten eine grosse Anziehungskraft ausüben, ihnen «heilig» sind.
Diese Tradition des Erstellens von Kapellen wurde aber in jüngerer Zeit kaum weitergeführt oder gar neu gedeutet. Hohe Metallgitter im Chorbogen zum Schutz der wertvollen Barockaltare und dem Volk zugekehrte Altartische sind die hauptsächlichsten Veränderungen, die diese Kapellen in den letzten Jahrzehnten erfahren haben.
Umso spannender ist darum das Projekt eine andere Mystik, das sich einreiht in den neuen Dialog zwischen zeitgenössischer Kunst und sakralem Raum. In den Kapellen: Egga (Simplon Dorf), Burgspitz (Ried-Brig), Stockalperhof (Brig), Finnen (Eggerberg) und Theresienkapelle (Ausserberg) wurden acht Künstler beauftragt mit ihrer Kunst dem Wanderer, dem Pilger, dem zufällig Vorbeikommenden etwas von dem mitzugeben, was uns heute «heilig» ist.

Kapelle Egga, Simplon Dorf
Rittiner&Gomez, Prozession

„Prozessionen, die nie so waren wie wir sie erlebten und die durch das Verblassen der Erinnerung noch mystischer werden“. Rittiner&Gomez aus Simplon Dorf nehmen Bezug zu den Prozessionen an katholischen Feiertagen, die heute noch genau wie früher stattfinden. Wobei der grosse Unterschied darin besteht, dass sie sich längst zu Touristenattraktionen entwickelt haben. Eine andere Art Prozession, ebenfalls sichtbar an Feiertagen, sind die Autos, die über den Simplonpass nach Süden pilgern. Nur hier hat sich der Spiess umgedreht, es pilgern die Touristen und die Betrachter sind die Einheimischen. Die Installation besteht aus einem Bild aus mehreren Tafeln, Öl auf Holz. Am Sonntag, 26. Juni, Segensonntag, begibt sich eine Prozession von Simplon Dorf zur Kapelle Egga.
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Kategorie: Ausstellungen · Geschrieben · Projekte · Triennale Valais

Art House Kunstforum & Galerie – Thun

Anton Rittiner, Künstler und Bildermacher, trifft in einer Bar den fiktiven, auf der Isla Volante lebenden Gomez und wird von ihm nach einer durchredeten Nacht zur künstlerischen Zusammenarbeit aufgefordert. Das Duo arbeitet seither gemeinsam.
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Kategorie: Ausstellungen · Geschrieben

Galerie Artdirekt Bern

Rittiner & Gomez ist ein Duo bestehend aus dem Künstler Anton Rittiner und seinem Alter Ego Gomez. Er setzt in seiner Acrylmalerei Dinge um, denen er auf Reisen oder in den Medien begegnet. Rittiner ist 1960 in Simplon Dorf geboren, Gomez auf einer fiktiven Insel, der „Isla Volante“, in Spanien. Beide sind nicht voneinander zu trennen. Das ist kein PR-Gag, sondern die Idee eines Bergkindes, welches sich für die spanische Sprache sowie für Radrennfahrer und Comiczeichner aus der iberischen Halbinsel begeisterte und sich daraus heraus den imaginären Partner „Gomez“ schuf. Seither bereichert das Alter Ego seine Malerei. Gomez bringt seine Sehnsucht nach seiner mediterranen Heimat zum Ausdruck. Er malt Grossstadt-Szenen in unwirtlichem Neonlicht, sodass sie etwas Bedrohliches bekommen. Doch es gibt auch urbane Serien, die in warmen Farbtönen leuchten und sich in Spanien oder der Schweiz befinden könnten, sodass klare Rückschlüsse auf den Künstler unmöglich sind. Fiktives mischt sich mit Autobiografischem, Anekdotisches besteht neben Atmosphärischem.

Kategorie: Ausstellungen · Geschrieben