werkschau #3 – der berner salon

samstag, 1. september 07 bahnstrasse 22, bern

die veranstaltungen werden organisiert von thomas blaser, brigitte meier, hartmut abendschein und finden im „westrich“ statt.

die werkschau ist eine jährliche gelegenheit, künstlerInnen und deren aktuelle projekte kennenzulernen. es wird ausgestellt, gelesen, performed und musik gemacht. die zweite werkschau fand am 2. september 2006 statt. eindrücke dazu, sowie der vergangenen veranstaltungen gibt es im archiv.

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arbeiten auf papier 10 x20 cm

wir präsentieren an der werkschau die postkarten in bild und text, die zusammen mit  markus a. hediger entstanden sind.

der berner salon – werkschau 3 „deine zukunft“

Von Andrea Baumann / ensuite kultur magazine

ensuite

Zigarre rauchende und Absinth trinkende Intellektuelle, Gebildete, Diskussionen über Politik, Kunst, Literatur, Philosophie…, Bilder, die für viele der Inbegriff des Salons sind. Die Frau im Mittelpunkt, die Salonière, die klug und charmant durch den Abend führt und das Zusammentreffen zu einem kulturellen Ereignis macht.

Begründet wurde die Salontradition 1610 in Paris von Cathérine Marquise de Rambouillet. Der Begriff selbst wurde aber erst im 18. Jahrhundert geprägt. Die ersten Salons im deutschsprachigen Raum entstanden in der zweiten Hälfte des 18. Jahrhunderts, und dort vor allem in Berlin, das – gemessen an der Zahl der Salons – gleich nach Paris rangierte. Regelmässig wurde nun zum ungezwungenen interdisziplinären Ideenaustausch in die Salons gebeten.

Was ist ein Salon? Für Rahel Levin-Varnhagen, eine der bedeutendsten Salonières, war es die „Republik des freien Geistes“. Im Lexikon heisst es etwas nüchterner: „regelmässig stattfi ndendes Zusammentreffen eines literarisch oder künstlerisch interessierten Kreises.“

Salons etablierten sich als halb öffentliche, halb private Kreise, in denen diskutiert und „Gegenwelten “ geschaffen werden konnten, abseits der vorherrschenden Meinung. Nicht von ungefähr waren die Salonièren oft gesellschaftliche Aussenseiterinnen oder unkonventionelle Frauen.

Vor allem aber waren diese Leute Initiatorinnen, bürgerlich oder aristokratisch, mit ausreichend Zeit für die Geselligkeit, mit Intuition und Sensibilität, mit einem ausgeprägten Interesse am Gespräch und dem Wunsch nach anregendem Austausch.

Ob Lesungen, Ausstellungen oder Auftritte: Es ging den damaligen Einladenden und BesucherInnen in erster Linie um das Gespräch. Das war zu einer Zeit, als viele BürgerInnen geringeren Zugang zu Öffentlichkeit und Bildung hatten. Entsprechend schlief die Salontradition zu Beginn des 20. Jahrhunderts wieder ein: Die Cafés übernahmen vielfach den Platz des Salons.

Voll im Trend der Berner Salon Seit den neunziger Jahren erlebt der Salon eine Renaissance. Grund ist wohl der Wunsch nach mehr Intimität, angeregtem Austausch mit Gleichgesinnten und Kulturleben abseits der zahlreichen unpersönlichen kommerziellen „Mega Events“ und mondäner Unterhaltungskultur.

Der Berner Salon und seine Werkschau geht aus der Aktivität von Hartmut Abendschein, Brigitte Meier (Salonière) und Thomas Blaser hervor. Gegründet im Herbst 2005, erfolgreich im 2006 wieder aufgenommen, laden nun im 2007 die Initianten zum dritten Mal in Folge Kunstschaffende und Unternehmer zur Werkschau im Berner Salon ein.

Zuhause ist der Berner Salon im Westrich an der Bahnstrasse 22 – zwischen Fussballplatz, Rangiergeleisen und Schloten der bernischen Kehrichtverbrennungsanlage – im Ausserholligen-Quartier. Die Bahnstrasse 22 beherbergt eine bunte Mieterschaft. Freiberufl iche Biologen als auch Kunstschaffende arbeiten Tür an Tür und teilen sich den Hauseingang, den Flur und den schleppenden Aufzug mit den Besuchern der SBB-Kantine. In unmittelbarer, inspirierender Nachbarschaft siedelten sich das Lichtspiel und verschiedene Künstlerateliers an. Nicht nur die Stadt Bern und die Migros expandieren Richtung Westen…

Am Samstag, 1. September, wird also abermals ausgestellt, gelesen, performt, musiziert, animiert und gebeamt – sowie selbstverständlich geraucht, getrunken und diskutiert. Der Berner Salon schafft Raum für (gemäss Initianten): offenes Haus ohne feste Programmation und Hightlights, künstlerische Darbietungen, Ort der Selbstbildung, intensive Gespräche und Begegnungen, Ideenaustausch, Experimente und Projekte. (ab)

Die Werkschau 3 „deine Zukunft“

Bewegung: Eveline Blum, Peter A. Kaiser & Andreas Stäubli, Bernhard Nick // Bild: Thomas Blaser, Luciana Cignola, Alexander Egger, Gizzi Flaubert, Rittiner & Gomez, Caroline Schenk, Luis Valdivieso Ragazzone // Ton: Brigitte Meier, Christoph Mühlethaler, Christian Schönholzer // Wort: Hartmut Abendschein, Daniel Hensler, Markus A. Hediger, Michael Perkampus

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