“Wie gestalten Sie Ihre Gesellschaft?” – Um diese Frage dreht sich der von finger – Verein zur Förderung der Gesellschaftsgestaltung e.V. initiierte Wettbewerb evolutionäre zellen.
Quer durch alle Sparten und Professionen richtete sich der Aufruf zur Beteiligung in bisher beiden Ausschreibungen an diejenigen, die selbst beauftragt ihr gesellschaftliches Umfeld gestalten. Gefragt war nach Projekten, die durch produktives Querdenken und Zweckentfremdung vorgegebener Bedingungen, soziale Missstände thematisieren.
Die Ausstellung zeigt das Archiv alle Arbeiten die zum Wettbewerb 2004 und 2002 eingereicht wurden. Die Präsentation beider Archive verdeutlicht die Zielsetzung des Wettbewerbs evolutionäre zellen: selbst beauftragte gesellschaftsgestaltende Projekte und Ideen zu sammeln und ihnen ein Forum zu ihrer Darstellung und Vermittlung zu bieten.
Evolutionäre Zellen / NGBK Berlin
Wettbewerbsausschreibung
Wie gestalten Sie ihre Gesellschaft? Für die meisten lebt sich gesellschaftlicher Alltag ganz selbstverständlich, ohne große gestalterische Überlegungen. Dennoch finden gesellschaftsgestaltende Neuerungen meist in alltäglichen Zusammenhängen ihren Ausgangspunkt, in Form von »Modellen«, »gesellschaftlichen Inseln« oder »evolutionären zellen«. Neue Ansätze zur Gestaltung der Gesellschaft entstehen häufig unter dem Druck aktueller gesellschaftlicher Verhältnisse oder als Versuch den eigenen Bedürfnissen, Wünschen und Überzeugungen Ausdruck zu verleihen. Alltägliche ökonomische, familiäre und politische Zusammenhänge und Konventionen, Kommunikationsformen und Arbeitsstrukturen werden zu eng oder erweisen sich als nicht geeignet, um anstehende Probleme zu lösen oder Ideen gerecht zu werden. Den gesellschaftlichen Ist-Zustand mit neuen Ideen verändern zu wollen, stößt häufig zunächst auf Widerstand und führt zu der Frage, welche Form die Idee annehmen muss, um den eigenen Ansprüchen zu genügen und andere zu überzeugen. Dementsprechend werden neue Ideen, Weiterentwicklungen und gesellschaftliche Alternativen zuerst in kleinen Zusammenhängen entwickelt und erprobt. Ungeachtet der Chancen auf die Verwirklichung einzelner Ideen ist die Zielsetzung des Wettbewerbs, den Entwicklungen »evolutionärer zellen« auf der Kippe zwischen gesellschaftlicher Akzeptanz und Ablehnung, ein Forum zu bieten und damit zur Darstellung und Vermittlung der »evolutionären zellen« als relevante Faktoren kultureller Prozesse und Produktion beizutragen. Der Wettbewerb sucht: »evolutionäre zellen«, anhand derer die Bedeutung von Alltagswissen und die Übernahme von Verantwortung deutlich werden. »evolutionäre zellen«, die durch produktives Querdenken und Zweckentfremdung vorgegebener Bedingungen, Misstände thematisieren und neue Ansätze gestalten. »evolutionäre zellen«, die nicht Exempel irgend einer Theorie sind, sondern exemplarische Fälle der gesellschaftlichen Wirklichkeit. Wer kann am Wettbewerb teilnehmen? Der Wettbewerb richtet sich, quer durch alle Sparten und Professionen, an diejenigen, die, gleich ob als Laien oder Profis, selbstbeauftragt ihr gesellschaftliches Umfeld gestalten. Die gesuchte Vorgehensweise ist dabei die der Autodidakten oder der »professionellen Dilettanten«, die sich auf eigensinnige Art und Weise eine neue / alternative Struktur erarbeiten, um ihre Bedürfnisse und Überlegungen zu vermittelten und so innovatives und kritisches Denken weiterentwickeln. Die Jury Die Jury setzt sich aus Einzelpersonen und VertreterInnen von Gruppen zusammen, die durch ihre Ideen und Vorgehensweisen beispielhaft für den Bereich selbstbeauftragter Gestaltung gesellschaftlicher Perspektiven stehen.