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nick röllin und rittiner&gomez malerei und skulptur in Dialog

Der Mensch und seine Lebenswelt stehen im Zentrum der kommenden Ausstellung. Dabei tritt die Malerei von Rittiner&Gomez in einen Dialog mit den Skulpturen von Nick Röllin. Beide Künstler fühlen sich der Comic-Kunst nahe und haben satirische Elemente in ihrer Arbeit. Beide thematisieren die Rastlosigkeit, die Zwänge und Neurosen des Menschen im 21. Jahrhunderts und nehmen dabei die Rolle des Beobachters ein. Neue Zusammenhänge herstellen, Parallelen ziehen oder einen kritischen Kommentar zum Zeitgeschehen abgeben, ist ihre Strategie.

bürotisch

Nick Röllin, der 1966 in Oberägeri geborene Skulpteur, arbeitet mit dem Material Beton und allein dadurch evozieren seine Arbeiten Urbanität, Kälte, Modernismus und Ökonomie. Das Klassische an seiner Kunst ist die Nähe zur barocken „sculpture parlante“. Wie einst die barocken Künstler erzählt Röllin Geschichten und entwickelt Figuren frei von jeglicher Expressivität. Doch er stellt nichts Erhabenes oder Idealtypisches dar, sondern eher Begebenheiten aus dem Alltag, Geschichten die aus einem Cartoon entschlüpft sein könnten. Oft bildet ein kleiner Betonrahmen eine Art Bühne, auf der sich seine Figuren bewegen. Diese Betonrahmen können sowohl als Lebensgrundlage wie auch als Gefängnis gedeutet werden. Sie können vermeintliche Sicherheit darstellen, sind aber vor allem Sinnbild der Abschottung und der damit verbundenen Gefahr des Feststeckens in Glaubens-, Denk- und Handlungsmustern.

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Rittiner&Gomez ist ein Duo bestehend aus dem Künstler Anton Rittiner und seinem Alter Ego Gomez. Er setzt in seiner Acrylmalerei Dinge um, denen er auf Reisen oder in den Medien begegnet. Rittiner ist 1960 in Simplon Dorf geboren, Gomez auf einer fiktiven Insel, der „isla volante“, in Spanien. Beide sind nicht voneinander zu trennen. Das ist kein PR-Gag, sondern die Idee eines Bergkindes, welches sich für die spanische Sprache sowie für Radrennfahrer und Comiczeichner aus der iberischen Halbinsel begeisterte und sich daraus heraus den imaginären Partner „Gomez“ schuf. Seither bereichert das Alter Ego seine Malerei. Gomez bringt seine Sehnsucht nach seiner mediterranen Heimat zum Ausdruck. Er malt Grossstadt-Szenen in unwirtlichem Neonlicht, so dass sie etwas Bedrohliches bekommen. Doch es gibt auch urbane Serien, die in warmen Farbtönen leuchten und sich in Spanien oder der Schweiz befinden könnten, so dass klare Rückschlüsse auf den Künstler unmöglich sind. Fiktives mischt sich mit Autobiografischem, Anekdotisches besteht neben Atmosphärischem.

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