galerie alphaarte – brugg

Der Mensch in der Gesellschaft und Natur / Aargauer Zeitung

Rittiner & Gomez / Werner Neuhaus in der Galerie Alphaarte

MENSCHEN. Ihre Blicke sprechen beinahe mehr, als Worte es tun könnten. Daneben die einfachen Holzmenschen. ursprünglich, naturverbunden und doch vermögen wir ihre Sprache allein der Körperhaltung wegen zu verstehen.Die Einfachheit der Skulpturen von Werner Neubaus besticht: bodenständig. unverrückbar und unzerstörbar scheinen sie, und trotzdem strahlen sie eine Sensibilität aus, ein Betroffensein. Obwohl die Gesichtszüge nicht ausgearbeitet sind, kommunizieren die Figuren; ganz anders wirkt eine Figur mit hängendem Kopf als eine mit aufgerichtetem. Doch nicht nur der Sehsinn wird hier angesprochen, auch die Finger ertasten die kleinen Menschen. manchmal entlocken sie einem beinahe ein zärtliches Streicheln. Die Naturverbundenheit des Künstlers kann man an seinen Werken sofort ablesen. Einer von diesen Holzmenschen scheint vertieft das Bild neben seinem Kopf zu betrachten: eine Landschaft, in eher dunklen Tönen gehalten. Wolken überziehen das weite Land.

Rittiner & Gomez setzt Dinge in seinen Bildern um, denen er auf Reisen oder in den Medien begegnet ist: Landschaften und Menschen. Der Mensch in der Gesellschaft und in der Natur. Ausdrucksstark sind die Gesichter. die Farben manchmal strahlend, manchmal eher düster, oft aber „Ton in Ton“. Ganz in Blau gehalten zum Beispiel die Serie „Abreise“. Neben der Farbe der Sprache vermittelt auch das Darstellen der Menschen im Bild eine Botschaft: Nur von hinten können sie betrachtet werden. Auch Rittiner & Gomez hält sich an eine eher einfachere Formengebung. Und trotzdem: Seine gemalten Gesichter scheinen zu leben, oft sind es die Blicke der Menschen, die den Betrachter fesseln. Automatisch wird man dazu verleitet diese zu deuten. Die Gesichtsausdrücke zu interpretieren und den Charakter der abgebildeten Menschen zu definieren. Bilder, die zum Denken anregen und die beim genaueren Betrachten eine Vielzahl an Interpretationsmöglichkeiten bieten. „Manchmal fehlen mir die Worte. Dann male ich“. Anton Rittiner stellt mit diesem Satz sein künstlerisches Schaffen als eine Art Sprache dar. Und wer ist denn eigentlich Gomez? Keine reale Person, vielmehr symbolisiert Gomez Rittiners Alter Ego. Und diesen kann man nicht von ihm trennen.

Das Thema „Mensch in der Gesellschaft“ ist das verbindende Element der beiden Künstler. Während Rittiner & Gomez mit, Öl- und Aquarellfarben arbeitet. entstehen unter den Händen von Werner Neuhaus Skulpturen aus Holz (die Ausstellung zeigt Figuren aus der Reihe „(Die Gerechten). (cab)

Aargauer Zeitung

kategorie: presse