flüchtig

Worber Post 9/2001

Bei der Ausstellung im Atelier handelt es sich nicht etwa um zwei Künstler, die ihre Werke ausstellen, wie die Ankündigung vermuten lässt. Warum aus Anton Rittiner rittiner & gomez wurde, weiss er selber nicht so genau. Als grosser Fan von Autoren Duos ging er plötzlich auf die Suche nach einem imaginären Partner. Als Bewunderer von spanischen Comic Zeichnern, von den guten spanischen Radrennfahrern und deren Sprache suchte er nach einem spanischen Namen. Mit Befremden stellte er zufälligerweise fest, dass sich eine englische Popband Gomez nennt und war dann der Meinung: „Wenn eine englische Band diesen Namen trägt, dann darf sich auch ein Schweizer ganz gut Gomez nennen.“ Für Gomez konnte Anton Rittiner einen eigenen Lebenslauf erfinden. Er beheimatete ihn auf der Isla Volante (sinngemäss Luftschloss). „Gomez hilft mir, nach über 15 Jahren Malerei neue Wege und Möglichkeiten zu suchen, neue unbekannte Seiten in mir zu entdecken und umzusetzen.“ Rittiner ist überzeugt, dass er ohne Gomez die Bildinstallation „Flüchtig“ nicht geschaffen hätte. Sie wird in der Ausstellung den ersten grossen Raum einnehmen. Die Bilder laufen rundherum. Der Betrachter steht somit inmitten der um die Wette rennenden Menschen. „Menschen, die uns in den letzten Jahren flüchtig begegneten oder die unsere Arbeit ein Stück begleiteten, sind die HauptdarstellerInnen auf den Bildern“, erläutert der Künstler. Ein Stück reales Leben hat er eingefangen. In den anderen Räumen zeigt er Bilder mit dem Motiv „unterwegs“, wieder Zeichen unserer Unrast. Auch Ölbilder unter dem Titel „meta volante“ (fliegendes Ziel) stellt er aus. Wenigstens hier haben Menschen für einen kurzen Augenblick ihr Ziel gefunden. AS

atelier worb

kategorie: presse