der fulehung als comic-held

der einiger künstler rittiner & gomez hat das neuste tkv-kunstblatt gestaltet. in seiner ganz eigenen, typischen comic-bildsprache. die auch sehr viel über den mann dahinter verrät.

fulehung
das kunstblatt ist über den ausschiesset in der galerie hodler an der frutigenstrasse 46a im hohmadpark ausgestellt und kann dort ab dem 27. september oder an der tkv-hauptversammlung am abend des 26. septembers gegen barzahlung gekauft oder reserviert werden. der preis pro blatt beträgt 200 franken. das kunstblatt wird in einer auflage von lediglich 100 stück hergestellt.

rittiner & gomez ist sein künstlername. doch eigentlich heisst er anton rittiner und lebt in einigen. hier arbeitet seine frau als pfarrerin, er kümmert sich um den haushalt. und um seine grosse leidenschaft: das zeichnen und malen. „ich bin seit 30 jahren bildermacher von beruf“, erzählt anton rittiner, der aus simplon dorf stammt und in brig eine lehre als dekorateurgestalter absolvierte, in seinem sympathischen walliserdialekt.

sein beruflicher werdegang führte den heute 56-jährigen erst in die französischsprachige schweiz, nach vevey, wo er mit der französischen kultur und damit auch mit comics-geschichten in berührung kam: „bei uns zu hause waren mickey mouse und co. absolut tabu“, erzählt er. „doch im welschen gehören comics zur kultur“. dank ihnen hat anton rittiner auch französisch gelernt. und einen ganz eigenen malstil entwickelt, der diesen nachempfunden ist.

das verpasste nachholen

kein wunder, ist auch das neuste kunstblatt, das anton rittiner für den tkv geschaffen hat, ein bild, das einem comicband entsprungen scheint. nur dass es dieses mal nicht die typischen rittiner & gomez-eigenen figuren sind, welche das blatt zieren, sondern der thuner fulehung. zu diesem hat anton rittiner als waliser noch keine grosse beziehung aufgebaut: „ich war ein bis zwei mal an einem ausschiessetumzug dabei“, so rittiner. „allerdings stand ich noch nie am montagmorgen früh auf dem rathausplatz“. spätestens diesen ausschiesset will er das verpasste nachholen. schliesslich will er am eigenen leib erfahren, wie sich die situation anfühlt, die er auf papier festgehalten hat…

das archaische hat überlebt

gerade weil er kein ur-thuner ist, hat anton rittiner in seinem bild einen eigenen zugang zum thuner narren gefunden: „mich fasziniert, dass eine solch traditionelle, aber auch archaische und wilde figur in einer stadt überlebt hat“, sagt er. „doch eine stadt besteht eben nicht nur aus beton und technik, in ihr steckt auch viel urtümliches aus der natur.“ dies habe er unter anderem auch mit den krähen, welches ums schloss kreisten und durch die gassen flögen, unterstreichen wollen.
das bild, das üppigere farben aufweist als für rittiner & gomez üblich, hat auch einen klaren ablauf: das schloss, von welchem der fulehung hinabsteigt, die menschenmassen, in welchen er sich bewegt, bis hin zum einsamen ort, wo sich der narr am ende wieder findet.

ein grosser fan des radsports

neben dem malen hat anton rittiner übrigens noch eine zweite grosse leidenschaft. und das ist das velofahren: selber ist er seit jugendjahren immer und auch über weite strecken auf dem rad unterwegs. und als zuschauer verpasst er kaum eine wichtige etappe eines grossen radrennens: „wenn der tross der tour de france zum beispiel den mont ventoux in angriff nimmt, sitze ich vor dem tv-gerät, esse dazu französiche spezialitäten und trinke einen guten französichen wein“, sagt er und fügt dann schelmisch lächelnd an: „es gibt leute, die sagen, das sei nicht ganz normal. aber das muss es ja auch nicht sein“.
übrigens: sein erfundenes alter ego gomez, das seinen künstlernamen ergänzt und gleichzeitig die privatperson anton rittiner vom künstler abgrenzt, ist, wie könnte es anders sein, radfahrer von beruf…

barbara schluchter-donski

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