von Anna Weizel
Hinter den beiden Namen rittiner & gomez steht ein Mann mit zwei Gesichtern. Einerseits ist er der melancholische Künstler und Betrachter von Menschen und Objekten, andererseits ist er ein lustiger & lebensfroher Mann, der sich kaum getraut zu sagen, «es geht mir ausgezeichnet». Anton Rittiner, von dem kaum jemand im Stande ist, seinen Namen richtig zu schreiben, legte sich den oder die beiden Künstlernamen rittiner & gomez zu, der Echte und der Witzige. Manchmal verschmelzen sie und manchmal stehen die beiden Künstler dem zu entstehenden Bild gegenüber. Der Witzige amüsiert sich, der Melancholische malt. Ein Kritiker bemerkte einmal, dass in seinen Bildern nichts Negatives sei. Das ist wahr, es sind sanfte liebevolle Werke, doch oft begegnet man der Einsamkeit. Anton Rittiner sieht auch in der Einsamkeit nichts Negatives. Es sind die ureigene Standhaftigkeit und Treue des Künstlers zu sich selber, die seinen Pinsel führen. Die Bilder wirken in sich still und friedlich. Seine Reisen führten ihn oft in Hotels. Belustigt denkt er an gleichgültige Receptionisten, übel riechende Bettüberwürfe und winzige Toilettenanlagen in Wandschränken zurück, das alles immer begleitet von diesem schalen Gefühl, nicht zu Hause zu sein. Im Zusammenhang mit seiner Ausstellung auf Schloss Hünigen, das so vieles in ihm aufgewühlt und auch geheilt hat, entstand die Idee, seine Wahrnehmungen über Hotels festzuhalten. Zu sehen sind eine Reihe von Bildern, die unweigerlich die Gefühle hochkommen lassen, die uns so manches Hotel stillschweigend eingebrannt hat, gute wie weniger gute. Eine eindrückliche Ausstellung, überzogen von dem leisen Schleier der rittinerischen Melancholie und dem sanften witzigen Lächeln von Gomez.